Co-kreativer Experimentierraum

Um die verschiedenen methodenbezogenen Wissens- und Erfahrungsbestände im Forschungsschwerpunkt (FSP) Regionalentwicklung – Bildung – Teilhabe an der HAWK zusammenzuführen und für interdisziplinären Austausch und Forschung sowie eine stärker transdisziplinäre Ausrichtung nutzbar zu machen, wurde im April 2023 mit dem OpenXperiment Lab eine Struktur für den FSP gegründet, die die Vernetzung und den Austausch der Forschenden untereinander unterstützen soll. Das OpenXperiment Lab soll Forschenden an der HAWK einen Experimentierraum bieten, um bislang in der eigenen Disziplin etablierte Forschungsmethoden kritisch zu reflektieren, neue Ansätze zu erproben und alternative Partizipationswege zu explorieren. 

Mit der Einrichtung des OpenXperiment Lab werden folgende Ziele verfolgt: 

  • Vernetzung und disziplinenübergreifender Austausch von Forschenden im FSP über methodische Herangehensweisen, gegenseitiges Methodencoaching;
  • Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit im FSP mit dem Ziel gemeinsamer Vorhaben;
  • Hinterfragen bislang etablierter Muster der Konzipierung und Umsetzung eigener Forschungsvorhaben;
  • Etablierung eines co-kreativen Mindsets und Öffnung von Forschenden hin zu mehr Inter- und Transdisziplinarität.

Was verstehen wir unter Co-Creation?

Co-Creation ist das bewusste, strukturierte und gemeinschaftliche Hervorbringen von Lösungen, Erkenntnissen oder Veränderungen über disziplinäre, hierarchische und kulturelle Grenzen hinweg. Sie ist keine einzelne Methode, sondern eine Haltung und ein Prozess, der auf Ermöglichung, Veränderungsbereitschaft und Offenheit für Irritationen, Fehler und unerwartete Resultate setzt (Elster/Schröder 2025). 

Co-Creation nutzt Perspektivenvielfalt und stärkt die Gestaltungsmacht aller Beteiligten, indem sie mitentscheiden, woran, wofür und wie gearbeitet wird. Aus einem geteilten Zielverständnis heraus erfolgt erst die Situationsanalyse und daran anschließend die Lösungsentwicklung. 

Im Unterschied zur Kooperation, in der primär individuelle Interessen ausbalanciert werden, verbindet Co-Creation die Akteurinnen und Akteure zu einer gemeinsamen Handlungs- und Bewusstseinseinheit, aus der Neues für die Zukunft entstehen kann (Michalik 2024).

 

Weiterführende Literatur: 

Elster, K.; Schröder, D. (2025). MACHT! Mit Co-Creation von guten Absichten zu echter Wirkung. Hamburg.  

Michalik, G. (2024): Co-Creation. Die Kraft des gemeinsamen Denkens. Stuttgart.

Wenn Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten Co-Creation eröffnet und was sich hinter dem Begriff Gestaltungsmacht verbirgt, dann empfehlen wir Folge 11 unserer Podcast-Reihe "Land.Schafft.Wissen." zum Thema "Co-Creation: Gestaltungsmacht von 'von unten' ".