Welches Innovations-, Aktivierungs- und auch Forschungspotenzial co-kreative Methoden besitzen, lässt sich am Beispiel eines vom OpenXperiment Lab begleiteten Projektes im Dorf Lelm, einem Ortsteil der Stadt Königslutter, veranschaulichen.
Weithin sichtbare Landmarke des Dorfes ist die über 1000 Jahre alte Kirche St. Maria, die Ausgangspunkt einer Kooperation mit der HAWK, Fakultät Bauen und Erhalten, ist. Dr. Birgit Franz, Professorin für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege, untersuchte mit Architektur-Studierenden im Rahmen eines Praxisprojektes [Verlinken] den baulichen Zustand der renovierungsbedürftigen Kirche und ließ darauf aufbauend Abschlussarbeiten über mögliche Bau- und Nutzungsszenarien anfertigen. Dabei war es Prof. Dr. Franz wichtig, dass die Studierenden nicht nur ihre eigene fachliche Perspektive einbrachten, sondern in einem partizipativen Prozess auch die Sichtweise der Akteur*innen vor Ort integrierten.
In Zusammenarbeit mit dem OpenXperiment Lab wurde ein Konzept für einen Partizipationsprozess entwickelt, der in einem ersten Schritt die Studierenden und Mitglieder der Kirchengemeinde zusammenbrachte. In zwei LEGO® Serious Play® Workshops wurden zunächst individuelle Modelle zu möglichen Entwicklungsszenarien und anschließend ein gemeinsames Modell als Zukunftsvision für die Kirche entwickelt.
Interessanterweise veränderten sich während des Prozesses die inhaltlichen Prioritäten: das Ausloten von Möglichkeiten der Bauwerkerhaltung rückte ein Stück weit in den Hintergrund, während sich eher Fragen zur zukünftigen Nutzung des Kirchengebäudes sowie des umliegenden Grundstücks stellten. Wie kann das Gebäude einer Nutzung durch unterschiedliche Alters- und Interessengruppen zugeführt, aber auch weiterhin als Glaubensort genutzt werden? Wie kann es möglicherweise (wieder) ein Mittelpunkt des Dorfes werden? Und wie lassen sich ökologische und ökonomische Belange in all diesen Fragen berücksichtigen?
Der LEGO® Serious Play®-Prozess legte den Grundstein für eine vertiefte Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit ihrer Kirche – sowohl was die architektonische Zukunft des Gebäudes, aber auch die Rolle der Kirche als Institution im Dorf anging. Es wurden Reflektionsprozesse angestoßen, die auch im Nachgang zu den Workshops noch wirkten und dazu führten, einen weiteren LEGO® Serious Play®-Workshop mit weiteren Bewohnenden durchzuführen.
Der Partizipationsprozess öffnete sich damit für das gesamte Dorf. Im Ergebnis wurden den Teilnehmenden aus dem Dorf Impulse gegeben, welche Schritte nun zu gehen sind, um die Kirche als Bauwerk und Begegnungsort neu aufzustellen.
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im OpenXperiment Lab hat sich für alle Beteiligten als überaus fruchtbar erwiesen – sowohl hinsichtlich der erzielten Ergebnisse vor Ort in Lelm und bei den Studierenden, als auch in Hinblick auf die Anwendbarkeit und den Mehrwert der Methode LEGO® Serious Play® in inter- und transdisziplinären Forschungskontexten.
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